Ziele & Aufgaben

Wissenschaft und Forschung

Mit dem Fachzentrum ist ein Raum zum wissenschaftlichen Diskurs, angewandten Umweltforschung und praktischem Moor- und Klimaschutz geschaffen worden. Neben einem Tagungsraum für bis zu 100 Personen, verfügt das Zentrum über einen Laborbereich für Boden, Wasser und Pflanzenanalysen. Gastwissenschaftler können während des Zeitraums ihrer Untersuchungen im Regionenlabor der DHM im Hause übernachten.

In der unmittelbaren Umgebung des EFMK finden sich Hochmoore und Niedermoore in unterschiedlichsten Ausdehnungen und Degenerations- bzw. Regenerationszuständen. Neben Mooren in aktuellem und ehemaligem Torfabbau, unter landwirtschaftlicher Nutzung und in entwässerten Degenerationsstadien werden große Bereich schon seit 30 Jahren wiedervernässt und renaturiert. Viele dieser Flächen sind inzwischen zum Zwecke des Naturschutzes in Besitz von Naturschutzverbänden (BUND, NABU, WWF) und Stiftungen oder von Verwaltungen (Land, Landkreise, Kommunen) (3.500 ha). Diese und andere Flächen bieten ideale Bedingungen zur Untersuchung von Renaturierungsmaßnahmen und Landnutzungsänderungen und den damit verbundene Auswirkungen auf das Moor, die Vegetations- und Faunenentwicklung sowie die Klimagasemissionen.

 

Integration und Innovation

Das EFMK arbeitet mit Beteiligten aus dem Naturschutz, der Wissenschaft und Forschung, den Kommunen, der Torfindustrie und der Landwirtschaft zusammen. Durch die fachliche Unterstützung dieser Gruppen ist ein bisher nicht dagewesenes Kompetenzzentrum, das Theorie und Praxis vereint, im Herzen einer besonderen norddeutschen Moorregion mit unterschiedlichen Nutzungs- und Schutzansprüchen entstanden. Durch diese Synergien werden Erfahrungen und Wissen gebündelt, woraus Leitlinien für einen verbesserten Moor- und Klimaschutz entstehen.

Das EFMK ist eingebettet in bestehende Netzwerken, wie der International Peat Society, der International Mire Conservation Group, der European Land and Soil Association u.v.a., ein europäisches Beispiel für interdisziplinäre Forschung und Umsetzung der aktuellen und zukünftigen Fragen des Moor- und Klimaschutzes in der Praxis.

 

Sensibilisierung und Information

Das EFMK beinhaltet ein Besucherzentrum mit Ausstellungsbereich. Hier werden der interessierten Öffentlichkeit die aktuellen Forschungsergebnisse zu Moor- und Klimaschutz in verständlicher Form vorgestellt. Die Sensibilisierung der Besucher erfolgt durch ein eigenständiges Entdecken der Schönheit und Bedeutung der Moore.

Weiter sollen neben den Fachveranstaltungen auch Vorträge und Aktionen für die breite Öffentlichkeit angeboten werden. Alle Besucher des EFMK sollen mit einem gestärkten Bewusstsein für das (besondere) Ökosystem Moor und die Relevanz dieser mächtigen organischen Böden für das Klima aus der Ausstellung und Veranstaltungen  kommen. Kinder und Jugendliche werden mit Angeboten eines Außerschulischen Lernortes in die Zusammenhänge vom Lebensraum Moor, Moornutzung und Klimaveränderung geschult und dienen wie auch die regulären Besucher als Multiplikatoren der europäischen Schutzbemühungen des EFMKs.

 

Wissenschaft und Forschung im EFMK

  • Datenaufarbeitung Auswertung der bisher durchgeführten Maßnahmen in den Mooren der DHM (Pflege und Entwicklungspläne, Studien in den verschiedenen Mooren der DHM, etc. )
  • Monitoring oder Erfolgskontrollen der Maßnahmen im regionalen und überregionalen Moorschutz
  • Abfrage und Evaluation von Maßnahmen in der Wiedervernässung in anderen Landkreisen der Norddeutschen Tiefebene
  • die Erarbeitung von Leitfäden des praktischen Moor- und Klimaschutzes - Lückenschluss zwischen Wissenschaft und praktischer Umsetzung (Planer, Schützer in Verbänden und Kommunen)
  • Mitarbeit an einer nationalen Moorschutz Umsetzungsstrategie in Zusammenarbeit mit Kommunen, Ländern und NGOs
  • Einrichtung von Daueruntersuchungsflächen für die Wissenschaft: Messfelder (Hydrologie, Vegetation, Spurengasemissonen) zur Erfolgskontrolle von geplanten und durchgeführten Maßnahmen in verschiedenen Regenerationszuständen.
  • Bewertung des Moorschutzes in Europa mit Bezug auf die historische Entwicklung in Deutschland
  • praktische Umsetzung von nachhaltiger Moornutzung (z.B. Paludikulturen, angepasstes Wassermanagement auf Hoch- und Niedermoor Acker- und Grünlandflächen)

 

Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildungen im EFMK

  • Vermittlung der Wissenschaftlichen Arbeitsinhalte und –ergebnisse mit Empfehlungen zu Maßnahmenumsetzungen
  • Seminare für Planer und Anwender zu Moorschutz und Moorrenaturierung
  • Seminare und Exkursionen für Forscher und Studenten der Bereiche Bodenkunde, Vegetationskunde, Klimatologie, Hydrologie, Biologie und Ökologie, (Agrar)ökosystemforschung, Landschaftsökologie, Landschaftsplanung, transdisziplinäre Arbeitsgruppen zur Fort- und Weiterbildung in den Bereichen Moorschutz und Renaturierung, Anpassungs- und Vermeidungsstrategien der Klimagasemissionen in der Moornutzung und Renaturierung
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Stärkung des Gesellschaftlichen Konsens von Naturschutz und Klimaschutzmaßnamen im Moor (Differenzierte Diskussion der Klima vs. Arten Konflikte)
  • die Entwicklung von Kompensationsstrategien zur Extensivierung der Produktion auf Moorflächen, welche zur Reduktion der Klimagasemission aus der Landwirtschaft um 20% erforderlich sind (Der THG-Ausstoß der deutschen Landwirtschaft beläuft sich auf 100 Millionen Tonnen CO2 Äquivalente. Um 20% einzusparen, muss dies also auf 80 Mio. gesenkt werden. 17-18 Mill. ha ist angegebene Ackerfläche in Deutschland.