Vortrag v. Dr. Marion Heumüller - Moorarchäologie (Entwurf)

Die meisten Sonderveranstaltungen im Europäischen Fachzentrum Moor und Klima (EFMK) in Ströhen ranken sich um den Naturraum Moor. Mal steht bei Vorträgen die Tierwelt im Mittelpunkt, mal geht es bei Exkursionen um Besonderheiten der speziellen Pflanzenwelt.
Während des nächsten Vortragsabends in den „Moorwelten“ unternimmt Dr. Marion Heumüller vom Niedersächsischen Amt für Denkmalpflege mit ihren Zuhörern einen Ausflug in die Moorgeschichte: „ARCHÄOLOGIE IM MOOR“ steht über ihrem Vortrag, der am Samstag, 29. April, um 18 Uhr im großen Vortragsraum der „Moorwelten“ beginnt. Das Eintrittsentgelt ist auf 5 Euro festgesetzt.

Frau Dr. Heumüller ist seit 2015 als Referentin für Moor- und Feuchtbodenarchäologie beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege tätig. Davor war sie viele Jahre in der Moor- und Feuchtbodenarchäologie Baden-Württembergs aktiv. Sie hat sich dort mit Themen der Feuchtbodenarchäologie und verschiedenen wissenschaftlichen Projekten befasst und mehrere  Ausstellungen zum Thema Pfahlbauten konzipiert.

Bei ihrer Vortragsveranstaltung in Ströhen stellt die Referentin die wichtigsten Funde aus der Region vor und zeigt, welch erstaunlich lebendigen Einblicke die Moorfunde in das Leben der Menschen über Tausende von Jahren erlauben.

„Funde aus Mooren zeichnen sich häufig durch eine hervorragende Erhaltung organischer Substanzen aus. In Mooren blieben aus Holz gebaute Wege, Wagenbruchstücke, Lagerplätze, Häuser und Siedlungen, Einbäume, verloren gegangene oder absichtlich im Moor deponierte Gegenstände, Kultfiguren aus Holz und sogar Moorleichen Jahrtausende lang erhalten“, erläutert die Referentin bereits vor ihrem Fachvortrag. Solche Funde würden ein ausgesprochen facettenreiches Geschichtsarchiv bilden wie es in ähnlicher Vielfalt nur an wenigen Orten der Welt vorhanden sei, sagt sie weiter. „Sie geben in einmaliger Weise Aufschluss über die Infrastruktur und das Siedlungsgeschehen einer Region, technische Innovationen, den Alltag der Menschen sowie ihre geistig-religiöse Vorstellungen. In Verbindung mit naturwissenschaftlichen Analysen lassen sich die Lebenswelten und Umweltbedingungen von der Steinzeit bis ins Mittelalter mit erstaunlicher Präzision rekonstruieren.“

Moorarchaeologie Funde

Auch in den Mooren rund um Wagenfeld gab es einige Moorfunde: In den großen Mooren der Dümmerniederung wurden in der Nähe von Diepholz die weltweit ältesten Wege, Räder und Wagenteile sowie sorgfältig konstruierte Straßen freigelegt, spektakulärster Fund im Uchter Moor war im Jahre 2000 eine der ältesten Moorleichen Niedersachsens, und rund um den Dümmer wurden zudem prähistorische Moor- und Seeufersiedlungen untersucht.

 „Durch landwirtschaftliche Nutzung, Torfabbau und Entwässerung der Feuchtgebiete ist ein großer Teil der herausragenden Zeugnisse von Mensch und Natur bereits zerstört oder akut in seiner Substanz gefährdet“, betont „Moorwelten“-Leiter Reiner Kowarik, „daher muss es vordringliche Aufgabe sein, die noch erhaltenen Denkmäler zu schützen und für die Nachwelt zu bewahren.“ 


Zurück zur Übersicht